Energievampire erkennen und loswerden

Energievampire erkennen und loswerden

Ich habe früher geglaubt, ich sei introvertiert. Woher sollte sonst auch das Gefühl der Erschöpfung kommen, wenn ich ein paar Stunden mit anderen Menschen verbracht habe und dann so kaputt war, dass ich mich bereit fürs Bett fühlte?

Es war für mich glasklar, dass es viel Energie kostet, soziale Kontakte zu pflegen. Ich fing also an, die Zeit, die ich mit anderen verbrachte, nicht zu hoch zu dosieren. Denn ich hatte keine Lust, jeden Tag erschöpft zu sein. Nach einiger Zeit merkte ich jedoch, dass mir etwas fehlte – Menschen um mich herum. Nur: Wie konnte ich die Balance finden und aus der Erschöpfungsfalle heraustreten?

Wähle deine Freunde weise

Ich musste keine Balance finden. Ich bemerkte stattdessen eines Tages, dass viele Menschen hauptsächlich Energie rauben und keine geben. Die meisten machen es nicht bewusst; sie jammern, meckern, erzählen von ihren Problemen oder wollen die komplette Zeit die volle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Es geht also nur um sie. Und manchmal ist das auch okay, aber nicht immer.

Inzwischen spüre ich sehr schnell, ob ich nach einem Treffen leer sein werde oder ob ich es in demselben Zustand verlasse, in dem ich gekommen bin. Und dann ist es meine Entscheidung, ob ich weiterhin mit diesem oder diesen Menschen Zeit ver­bringen möchte oder nicht.

Wenn es alte Freunde von mir sind, dann ist es mir egal, wenn ein oder zwei Treffen mal so verlaufen. Und ich muss sagen, dass die Freunde, die ich schon seit einer halben Ewigkeit habe, Gold wert sind. Bei neuen Freunden bin ich dahingehend radikaler. Wenn ich merke, dass sie nur Energie ziehen, das Gefühl der Erschöpfung. Und genau dasselbe gilt für Menschen, die ich irgendwo kennenlerne: Wir beginnen, uns zu unterhalten, und manchmal spüre ich schon nach kurzer Zeit, dass es unangenehm wird oder ich ermüde. Dann ist es an der Zeit, mich aus der Unterhaltung zu verabschieden und zu gehen.

Meine Zeit und Energie sind mir viel wert und ich weiß, dass ich Freunde und Bekannte habe, die bewusst mit ihrer eigenen Energie umgehen und dadurch auch mit meiner. An­ statt uns runterzuziehen, bauen wir uns lieber gegenseitig auf.

Wenn du Menschen kennenlernst, achte darauf, wie du dich fühlst. Entscheide für dich selbst, ob die Treffen energetisch fair sind oder nicht. Denn nur du entscheidest, wer in deinem Leben sein darf und wer nicht.

Warum ich nur noch selten auf Dramen eingehe

Ich kann mich noch sehr gut an gewisse Konversationen er­ innern, die mich früher wütend gemacht haben. Heute lache ich mich schlapp, wenn ich nur daran denke.

Ein Beispiel:

Britta: »Auf der Wiese waren Rehe mit zwei Rehkitzen, und die Kleinen sind nun schon seit ein paar Tagen weg.«
Ich: »Aha.«
Britta: »Wahrscheinlich sind sie tot.«
Ich: »Aber das weißt du doch gar nicht.«
Britta sagt: »Trifft es dich denn gar nicht?«,
…und ist enttäuscht.

Diese Taktik kenne ich schon mein ganzes Leben lang, und fast immer bin ich darauf angesprungen.

Überall wurde eine Tragödie gefunden und ein Grund zu leiden oder sich zu beschweren. Mitgefühl verbinden die meisten Menschen mit einer traurigen Erfahrung oder einem traurigen Erlebnis. Und dann wird das Leid geteilt, und Menschen fühlen sich miteinander verbunden. Aber funktioniert Ver­ bundenheit denn nicht auch durch Schönes, Angenehmes oder Positives?

Die Angst und deine Gedanken

Früher habe ich mich über solche unnötigen Dramen auf­ geregt. Ich habe es einfach nicht verstanden, warum man sich in diesen Emotionen suhlt, anstatt eine Lösung zu finden. Gleich­ zeitig habe ich dieses Verhalten verurteilt, was auch nicht richtig war. Seit ein paar Jahren habe ich keine Lust mehr darauf, denn es wurde mir einfach zu viel Drama. Ich muss sagen, dass ich es heute sogar lustig finde, wie jeder sich seine eigene Realität kreiert und darin Bestätigung von außen sucht.

Bleibe in deiner Energie

Dir wird es sicherlich öfter passieren, dass Menschen nicht ver­stehen können, dass es dir so richtig gut geht. Dass dir gerade nichts fehlt und dein Leben super läuft. Ich habe es selbst schon in Thailand während eines Workshops erlebt, dass jemand mir einfach nicht glauben konnte. Diese Person war der Meinung, dass ich etwas versteckte, da es nicht sein könnte, dass ich jeden Tag gute Laune hätte. Ich fühlte mich aber wirklich so gut, wie ich es nach außen hin lebte. Trotzdem verletzte mich der Kommentar ein wenig, und ich bemerkte, dass ich mich ab dem nächsten Tag anzupassen versuchte – an die Laune und Energie der anderen. Wenn es den anderen nicht gutgeht, sollte »das« auch für mich gelten. Sonst würde ich aus der Gruppe aus­ geschlossen oder nicht akzeptiert werden. Dadurch veränderten sich mein Verhalten und mein Wohlergehen.

War das richtig? Nein, sicher nicht.

Das wusste ich zu dem Zeitpunkt aber nicht. Ich war nur überrascht, dass ich nicht so akzeptiert wurde, wie ich war. Ich war verwundert, dass alle glaubten, dass jede einzelne Person Drama in sich tragen müsste.

Solche Situationen passieren regelmäßig – in Gruppen oder auch unter Freunden. Doch handhabe ich es heute anders. Von Freunden, die sich jedes Mal in Dramen suhlen, habe ich Ab­stand genommen, weil ich nicht mehr wusste, wie ich darauf reagieren sollte; noch dazu sah ich keine Veränderung in deren Leben. Sie wollten bei dem Drama bleiben, weil sie es einfach so kannten. In solchen Fällen kann man nichts machen, außer sich zu distanzieren und sich so selbst zu schützen.

Passiert dies in Gruppen oder ab und zu in einem kleineren Ausmaß bei Freunden, höre ich es mir an, reagiere aber nicht mehr darauf. Es sei denn, es handelt sich um Dinge, die ein echtes Gespräch benötigen. Mir geht es hier aber um belang­ loses, selbst kreiertes Drama.

Ich schütze dabei meine eigene Energie, da ich nicht mit runtergezogen werden möchte. Denn ganz oft übernehmen wir die Ängste der anderen.

Bestenfalls hat man Menschen um sich herum, die über all das Drama schon hinweg sind und das Leben zu genießen wissen. Denn diese Menschen haben erkannt, dass der Fokus eher auf den schönen Dingen liegen sollte, anstatt auf all dem Leid.

Bitte lass dir niemals einreden, dass es dir schlecht geht oder es dir durch gewisse Erlebnisse schlecht gehen sollte. Wenn es dir gutgeht, dann ist das so, und daran sollte keiner schrauben dürfen.

Dieser Text ist ein Auszug aus meinem Buch Freiheit im Herzen.

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