Wir müssen loslassen, wenn wir glücklich sein wollen

Ich sitze im Café und weine vor Freude und Erleichterung. Ich kann mich selbst endlich wieder spüren und bin unendlich dankbar dafür. Sehr lange konnte ich dieses Gefühl nicht mehr wahrnehmen, da mein System damit beschäftigt war Altes loszulassen, Erfahrungen zu verdauen und zu akzeptieren.

Um zur Besserung zu gelangen habe ich extrem nachgeholfen mit gesunder Ernährung, Yoga, Meditation, viel Ruhe, Affirmationen und der richtigen medizinischen Betreuung. Was mir aber am meisten geholfen hat war das Loslassen.

Loslassen von Erwartungen, wie es gerade für mich laufen sollte, was ich (er)schaffen wollte und die Erwartung wieder ganz schnell gesund sein zu wollen. Und auch das Loslassen von meiner 1,5 jährigen Beziehung.

Und letzten Endes die Akzeptanz in Deutschland zu bleiben und mich damit auch anzufreunden nicht in die Wärme zu reisen. Einfach mal alles schön auszusitzen und zu akzeptieren was gerade ist. Und bäääm… plötzlich pendelt sich alles allmählich wieder ein. Ok, nicht allmählich sondern ziemlich schnell sogar.

Vom Loslassen in die bedingungslose Akzeptanz der Gegenwart

Wir alle wollen glücklich sein und im Flow leben. In einem Zustand, in dem alles voller Leichtigkeit passiert und die Liebe durch einen hindurchströmt.

Doch kommt dieser Zustand oft erst daher, wenn wir alten Ballast hinter uns gelassen haben und die gegenwärtige Situation so akzeptiert haben, wie sie gerade ist. Erst dann wird Platz für Veränderung gemacht.

Wir verändern uns stetig und wachsen; wenn wir es zulassen. Wachstum kommt aber manchmal schmerzhaft daher. Denn vieles, an dem wir festhalten hat nach einer gewissen Zeit ausgedient. Wir haben die Lesson gelernt und dürfen weiterziehen, um Neues zu erfahren und zu erleben.

Beziehungen und Freundschaften, die wir loslassen mussten, da es einfach nicht mehr funktionierte. Aber auch Erfahrungen und persönliche Muster müssen wir loslassen. Diese müssen wir hinter uns lassen, um weniger zu leiden. Um wieder lebendig sein und nicht an Altem festzuhalten.

Wusstest du, dass wir fast alle an Mustern festhalten, die uns schlichtweg schaden? Muster die uns sabotieren und das Leben schwermachen. Und diese zu verabschieden oder auch zu erkennen ist super wichtig.

Loszulassen ist nicht einfach. Es ist sicherlich eine der schwierigsten Aufgaben im Leben, doch kann festzuhalten noch viel schmerzhafter auf Dauer sein und das eigene Leben in die falsche Richtung lenken.

Der Körper leidet wenn wir nicht loslassen

Ich bin sehr sensibel und mein Körper sendet mir schnell Signale, wenn etwas nicht so läuft, wie es laufen sollte. Wenn ich Ereignisse, Pläne oder auch Menschen loslassen musste, dann zeigte es sich immer in Form von Krankheiten als Warnsignal. Manchmal war es leicht loszulassen und andere Male dauerte es etwas länger, bis ich checkte worum es ging.

Ich vergleiche es immer mit einem Pflaster, das man abreisen muss. Entweder macht man es ganz langsam, da man Angst vor dem Schmerz hat oder ganz schnell, was auch wehtut, aber von kürzerer Dauer ist. Oder man lässt das Pflaster dran und die Wunde bedeckt, es kommt kaum Luft dran, womit die komplette Heilung nicht abgeschlossen werden kann.

Lassen wir nicht los, belügen wir uns selbst. Denn wir leben dann in der Vergangenheit und kreieren eine Illusion, die uns schadet und nicht weiterbringt.

Wenn wir loslassen, eröffnen sich uns neue Möglichkeiten. Wir sind offen für neue Erfahrungen, neue Partner, neue Freundschaften, neue berufliche Möglichkeiten, die Möglichkeit sich selbst besser kennenzulernen.

Und sobald wir das getan haben, durch den Schmerz hindurchgegangen sind und offen für Neues sind, können wir in den Flow kommen. In den wundervollen Flow des Lebens.

Wir müssen loslassen und wachsen um frei zu sein

Du kannst zu der Person wachsen, die du sein möchtest.

Zuerst aber all die belastenden Erfahrungen, Lebensumstände und Menschen loslassen, um wieder atmen zu können und neue Perspektiven wahrnehmen zu können. Sonst können wir nicht sehen, was auf uns wartet.

Du wirst spüren, wenn es an der Zeit für Veränderung ist. Sie zeigt sich radikal, wenn du nicht genau hinhorchst und du die kleinen Signale nicht wahrnimmst. Sie kommt dann wie ein Wirbelwind daher, der alles zu zerstören scheint. Einfach nur damit du genau hinschaust und aufräumst.

Wovon oder von wem musst du dich lösen?

Tut dir dein Partner nicht gut?

Laugt dich dein Job aus?

Kannst du eine schmerzhafte Erfahrung aus der Vergangenheit nicht loslassen?

Welche Eigenschaft macht dir das Leben schwer?

Es ist an der Zeit mutig zu sein und loszulassen.

Denn loszulassen heißt nicht, dass du die Vergangenheit vergessen musst, sondern dass du die Energie der Vergangenheit nicht mit in die Zukunft und ins Jetzt nimmst.

In meinem neuen Buch Grow, Flow, Let go gehe ich genauer auf die Themen Loslassen, Wachstum, und Flow ein.

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  1. Sandra 10 Monaten ago

    Hallo Evelin,
    In der Zwischenzeit meine ich, dass DU die „Junge“ Version von mir bist, wenn ich das alles so lese :-).
    Dein Buch hab ich gelesen und es hat mich berührt und auch gleichzeitig zum Denken angeregt. Danke dafür!
    Zu deinem Artikel möchte ich mich äussern. „Wir werden es spüren, wenn die Zeit der Veränderung gekommen ist …“
    Stimmt genau. Ich hatte meine Signale die mein Körper aussendete, ausgeblendet. Ich wurde mehr in die Veränderung
    gestoßen. Ich wachte eines Morgens auf und wusste das dieser Tag der richtige war, um meinen (sehr guten) Job an den Nagel zu hängen!
    Ich war ständig krank, konnte nicht mehr schlafen und meine Mahlzeiten waren nur noch „Zierde“. Keine Lust mehr an meinem Job, falsche Freunde und total kaputte Partnerschaft. Also – es war an der Zeit loszulassen, etwas zu verändern. Ich war kaputt.
    Hätte ich früher auf meinen Körper gehört, die Signale angenommen, wäre ich besser aus diesen Situationen ausgestiegen.
    Ich ging von einer Minute auf die andere – ein unschöner Abgang
    Ich kündigte Freundschaften die ohnehin keine waren
    Ich beendete meine Beziehung .
    Es war eine verdammt harte Zeit, alles kam hoch was sich über Jahre angestaut hatte. Heute – bin ich ein anderer Mensch. Drei Jahre ist es nun her und ich arbeite immer noch sehr hart an mir, jedoch bin ich meinem Bauchgefühl gefolgt. Ich mache nun das wofür ich brenne :-)! Schritt für Schritt meinem Traum und Zielen näher kommend. Es funktioniert nur so wenn man sich für ein „gutes“ und „glückliches“ Leben entscheidet :D.
    ICH habe diesen Schritt leider erst zu spät gesetzt. Aber das wichtigste an der Sache ist ihn überhaupt gegangen zu sein! Und darauf bin ich sehr stolz :-)!
    Danke für den schönen Artikel, ciao Sandra

    • Author
      Evelin Chudak 10 Monaten ago

      Liebe Sandra,

      du klingst tatsächlich wie ich oder ich klinge wie du 😀

      Ich kann ganz genau nachvollziehen wie du dich damals gefühlt hast und wie du dich heute fühlst.
      Damals ist es bei mir auch von dem einen Tag auf den anderen passiert. Jab mal eben gekündigt und Jahre später dann das Studium geschmissen. Und es war sooooooo befreiend.

      Danach kommen dann zwar andere Herausforderungen. Aber irgendwie wachsen wir ja immer ein Stücken mehr 🙂

      Vielen Dank für die lieben Worte zu meinem Buch!

      Liebe Grüße,
      Evelin

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