Angst verhindert nicht den Tod. Angst verhindert das Leben.

Angst vor dem Tod

Die aktuelle Krise zeigt uns die Angst vor dem Tod. Es zeigt unsere Sterblichkeit. Es zeigt, dass wir Menschen sind und keine Maschinen. Den Tod gab es schon immer und gehört zu unserem Leben, wie auch die Geburt. Es ist unser Kreislauf. Wir leben jeden Tag mit dem Tod! Jedoch ist es eine ganz andere Story, wenn die Angst vor dem Tod so mächtig wird, dass wir aufhören zu leben.

Die aktuelle Zeit sollte vielmehr zum überdenken einladen und nicht zu massiver Angst. Du hast Zeit dazu dein ganzes Leben zu überdenken, anstatt dich in den Nachrichten zu suhlen und in Angst zu erstarren.


Es gab eine Phase in meinem Leben, in der ich innerhalb kürzester Zeit viele verrückte Dinge tat, wie zum Beispiel das Bungee­Springen in Thailand.

Viele haben mich für verrückt erklärt, so etwas in einem Land zu machen, das nicht so hohe Sicherheitsbestimmungen wie beispielsweise Deutschland hat. Ich habe es trotzdem getan. In demselben Zeitraum bin ich auch mit einer kleinen Propeller­ maschine nach Koh Samui geflogen. Vieles im Flieger wurde mit Tapes zusammengehalten, und mein Sitz klappte immer komplett nach hinten.

Wochen später hab ich mich dazu entscheiden, in Byron Bay, Australien, Fallschirm zu springen. Es war eine grandiose Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann. Es war auf­ regend, im freien Fall zu sein, und superentspannend und befreiend, langsam mit dem offenen Fallschirm herunterzu­ gleiten.

Was aber das Tollste an all den Erfahrungen war – oder an diesem Lebensabschnitt: Ich hatte keine Angst vor dem Tod. Ich habe die Erfahrungen mitgenommen, die ich mitnehmen wollte. Ich habe sie so sehr genossen, da mein Kopf frei von Ängsten war. Ich war voll im Vertrauen. Ich wusste, dass mich das Leben trägt und ich nicht auf morgen warten sollte. Es war pures Genießen, Abenteuer satt und der natürliche Flow. Es war definitiv einer meiner besten Lebensabschnitte bisher.

Ich kenne auch Zeiten, in denen es genau andersherum läuft. Zeiten, in denen ich Angst habe und Sicherheit suche. Sicherheit, die mir keiner geben kann, da es sie nicht gibt.

Lasse ich mich nicht vollkommen auf mein Leben ein, dann habe ich Angst. Angst vor dem Tod. Angst zu Versagen. Angst vor der Meinung anderer. Angst, nicht geliebt zu werden.

Natürlich kann ein Bungee­Sprung schiefgehen, der Fall­ schirm beim Sprung nicht aufgehen oder ein Flugzeug abstürzen. Es kann aber auch sein, dass wir einen Autounfall haben, die Treppe hinunterfallen oder einen allergischen Schock erleiden.

Es geht mir darum, dass wir nicht wissen, wann und wie wir sterben. Und dasselbe gilt für die Menschen, die wir lieben. Denn auch um sie machen wir uns Sorgen.

Jedoch wissen wir mit Sicherheit, dass wir sterben werden. Es ist die einzige Sicherheit, die wir im Leben haben. Wäre es nicht klüger, den Tod als Motivation für ein erfülltes Leben zu nutzen? Zu akzeptieren, dass Leben und Tod einfach zusammengehören.

Wir fangen erst richtig an zu leben, wenn wir die Angst vor dem Tod loslassen.
Der Tod ist ein Teil unseres Lebens.
Den Tod zu ehren und zu respektieren bedeutet, das Leben in vollen Zügen zu leben.

Auf Bali lernte ich in einem Café einen indischen Meditations­ lehrer kennen, der mich zu seiner Veranstaltung einlud. Umgeben von Reisfeldern und Palmen fand in einem offenem Raum seine Meditation statt. In dieser Meditation ging es um den Tod. Wir alle lagen da und stellten uns unseren Tod vor, wie unser Körper ver­ brennt und unsere Seele als Licht in Richtung Himmel hinaufsteigt. Die Asche des Körpers floss daraufhin in einem Fluss hinunter.

Das mag alles für dich vielleicht etwas makaber klingen, doch lag der tiefere Sinn darin, wirklich zu spüren, dass wir viel mehr als nur der Körper sind und es nichts zu fürchten gibt. Alles ist perfekt so, wie es ist. Es gibt nichts, wovor wir Angst haben müssen. Wenn du an deinen Tod denkst, solltest du mehr Leben kreieren wollen. Leben kann ohne den Tod nicht existieren. Eines Tages werden wir sterben. Es ist die einzige Ge­ wissheit, die wir haben. Was ist, wenn es schon morgen ist? Nächste Woche? Oder nächsten Monat?

Würdest du dein Leben genauso leben, genau das machen, was du gerade machst, wenn du morgen sterben würdest? Oder würdest du etwas ganz anderes tun?
Ist da jemand, zu dem du »Ich liebe dich« sagen würdest? Ist da jemand, dem du verzeihen würdest?

Gibt es etwas, was du aufschiebst oder nicht loslassen kannst?
Es wird keinen besseren Zeitpunkt dafür geben als heute, all diese Dinge zu tun.

Die Angst vor dem Tod ist die Angst vor dem Leben

Der Tod gehört zu unserem Leben wie jeder Atemzug, den wir nehmen. Wir versuchen nur immer aus Angst heraus, an Menschen, Situationen und Dingen festzuhalten, die wir nicht ändern können – und dadurch entsteht Leiden.

Es ist der Fluss des Lebens. Und manche Dinge sind ein­ fach nicht veränderbar. Anstatt diese zu akzeptieren und nur das zu ändern, was in unseren Händen liegt, artet unser Leben manchmal in einen regelrechten Kampf aus. Und all das nur, weil wir nicht loslassen und akzeptieren wollen.

Du weißt, du wirst deinen Körper verlassen. Macht es Sinn, verzweifelt daran festzuhalten, oder ist es nicht schlauer, das Beste aus deiner Zeit zu machen?

Und genauso ist es, wenn Angehörige gehen. Es ist normal, dass sich Trauer breitmacht und wir durch den Verlust leiden. Und doch müssen wir loslassen und uns dem Fluss des Lebens hingeben.

Alles fließt in deinem Leben, wenn du es erlaubst. Erst wenn du versuchst, dagegen anzukämpfen, wird es schwierig und mühsam.

Aus der Angst heraus halten wir fest. Wir halten am Leben fest und vergessen es dabei. Und dabei wird die Angst vor dem Tod zur Angst vor dem Leben. Denn es ist das Leben, das den Tod mit sich bringt. Erst wenn du lebst, kannst du sterben.

Es gibt Menschen, die sich lieber einfrieren lassen würden, damit immer alles gleich bleiben kann, anstatt mit dem Leben zu fließen, es natürlich geschehen zu lassen. So, wie wir geschaffen wurden. So, wie wir sein sollten.

Festhalten hält vom Leben ab. Angst hält generell vom Leben ab. Die Ironie dabei ist, dass diejenigen, die am meisten am Leben festhalten, nicht fähig sind zu leben. Sie sehen das Leben einfach nicht, weil das Festhalten die Sicht benebelt.

Was ist, wenn der Tod gar nicht unser Feind ist?
Was ist, wenn die ganze Existenz eins ist?
Was ist, wenn der Tod nur eine Art von Ausruhen ist, be­ vor es wieder weitergeht?
Was ist, wenn du im Tod nach Hause gehst?

Es ist das Leben, das den Tod mit sich bringt. Vielleicht ist das Leben der Tag und der Tod die Nacht. Ohne die Nacht kann der Tag nicht existieren. Ohne die Nacht sind wir nicht für den Tag vorbereitet.

Ist es nicht nur unsere Definition von Tod, die uns Angst macht?

Es ist vollkommen egal, um welche Angst es sich auch handeln mag: Das Leben beginnt erst nach der Angst.

Wenn du nur noch ein Jahr zu leben hättest, würdest du dich dann für Angst entscheiden? Würdest du shoppen gehen? Würdest du dich mit deinem Partner streiten? Würdest du ver­ suchen, alles so akkurat wie möglich auszuführen?

Bestimmt würdest du auch Dinge erledigen, die erledigt werden müssen, aber du würdest dich nicht nur mit Situationen und Emotionen aufhalten, die dich runterziehen und dir Energie rauben. Du würdest dein letztes Jahr viel schöner verbringen und einfach nur leben wollen?

Würdest du Dinge tun, die du schon immer machen wolltest?
Würdest du Unsicherheiten ablegen und das machen, was dein Herz will?
Würdest du dich für Freiheit oder Begrenzung entscheiden?

Was wäre unser Leben wert ohne den Tod?

Würden die Dinge nicht gleichgültig werden, wenn wir ewig Zeit hätten?
Würden wir überhaupt Entscheidungen treffen?
Würden wir unserem Herzen folgen?
Wüssten wir das Leben zu schätzen?
Wären wir nicht einfach nur Roboter?

Auszug aus meinem Buch Freiheit im Herzen.


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Freiheit beginnt im Kopf

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