Erlaubst du dir, glücklich zu sein?

Es gibt viele Dinge, die auf Anhieb nicht offensichtlich sind. Manche Blockaden springen einen regelrecht an, sodass wir sie gar nicht ignorieren können, und andere sind tief versteckt.

Wie oft machen wir einen Schritt in die richtige Richtung Wir verbringen Zeit mit den richtigen Menschen, wir machen Yoga, Sport und andere Dinge, die uns erfüllen. Doch nach einer Weile scheint uns die Zeit dafür zu fehlen. Auch in Beziehungen läuft es oft nicht rund. Wir verlieben uns, genießen die Zeit und das Gefühl, doch nach einer gewissen Zeit suchen wir nach Entschuldigungen, weshalb es dennoch nicht funktionieren wird. Es scheint wie verhext: Wenn wir auf einem Gebiet gerade erfolgreich und glücklich sind, scheinen wir uns auf einem anderen zu sabotieren.

Bei mir ist gerade das letzte Beispiel mehr als passend. Wenn ich in einer Beziehung bin, läuft es mit meiner Kreativität nicht sonderlich gut. Wenn ich aber mehr arbeite, dann esse ich unregelmäßiger, mache kaum noch Sport und vernachlässige meine Freunde. Das heißt, wenn ich mir auf der einen Seite Glück erlaube, sabotiere ich es gleichzeitig auf der anderen Seite.

Und ich denke nicht, dass ich die Einzige bin, der es so geht… Aber warum erlauben wir uns nicht, einfach glücklich zu sein? Glauben wir, dass wir uns Glück erst verdienen müssen? Manche von uns geben vor, dass es egoistisch sei, glücklich und frei zu sein, wenn es die Menschen um uns herum nicht sind. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Oft kommt diese innere Stimme in uns auf, wenn wir dabei sind, die richtigen Schritte zu machen. Doch dafür müssten wir wieder die Komfortzone verlassen. Und zack entscheiden wir uns für den Komfort und gegen das Glück.

Jeder kennt Situationen mit Freunden oder im Familienkreis, in denen viel gejammert wird, über Krankheiten, über den Chef oder einfach über das Leben allgemein. In diesem Moment liegt es an uns zu entscheiden: Wollen wir uns darauf einlassen und uns die Energie rauben lassen oder widersprechen wir im Innern, weil wir eine bessere Lebensstrategie haben? Und das ist alles andere als egoistisch, wenn wir unser Leben in die Hand nehmen und zeigen, dass es auch anders geht.

Ich kann mich noch sehr gut an eine Situation auf einer Geburtstagsfeier meines Vaters erinnern. Ich stand in der Küche und unterhielt mich mit einem Freund meiner Eltern. Nur neben ihm zu stehen, gab mir schon ein erdrückendes und dunkles Gefühl. Was er danach zu mir sagte, passte leider nur allzu gut zu seiner Energie. Er kritisierte mich auf sehr unschöne Weise für mein Leben. Er sagte mir, dass das Leben eben schwer sei und ich doch bitte mein Leben ändern solle und es als das ansehen solle, was es ist. – Schwer. Mich schockierte seine Realität zutiefst. Er tat mir auch irgendwie leid. Doch ich wusste auch, dass man auf solche Gespräche nicht anspringen sollte. Ich hätte tun und sagen können, was ich wollte, seine Einstellung zum Leben hätte sich nicht geändert. Er hat sich dazu entschieden, unglücklich zu sein – und das tun etliche. Nicht jeder in einem so extremen Ausmaß, dennoch ist es häufig zu beobachten.

Es ist wichtig, dieses Muster zu erkennen und weiterhin die Dinge in unser Leben einzuladen, die uns glücklich machen und die Schwere von unseren Schultern zu nehmen.
Wenn wir unseren Blick mehr auf das Positive richten, kann es anfangs allerdings sein, dass wir Entzugserscheinungen haben. Lieb gewonnene Gewohnheiten fehlen uns zunächst, auch wenn sie uns geschadet haben.
Sich von alten Mustern zu verabschieden ist unkomfortabel, aber nötig. Ist es nicht verrückt, sich mit selbstzerstörerischen Eigenschaften und Negativität wohlzufühlen? Glück hat nichts mit Komfort und Bequemlichkeit zu tun. Es geht nicht darum, Dinge zu tun, die sich komfortabel anfühlen, sondern wirklich zu spüren, was uns guttut und was wir brauchen. Regelmäßig Sport zu treiben erfordert Einsatz, tut uns aber gut. Uns gesund zu ernähren, kostet ebenfalls Energie, schenkt uns aber einen gesunden Körper und Geist. Ebenfalls nimmt es Zeit und manchmal auch Geld in Anspruch, uns Ängsten zu stellen und ihnen aktiv entgegenzutreten. Doch das Gefühl, das wir verspüren, wenn wir eine Angst überwinden, ist unbezahlbar.
Manchmal müssen wir uns von bestimmten Menschen verabschieden. Einen Schlussstrich unter Vergangenes zu setzen und eine neue Zukunft zu kreieren, kann Schuldgefühle hervorrufen und vielleicht auch vorerst ein Gefühl von Einsamkeit. Denn selbst die Menschen, die uns nicht guttun, spielen eine wichtige Rolle in unserem Leben. Sich von ihnen emotional zu lösen kann anfangs sehr schmerzhaft sein, doch letztlich ist es in manchen Fällen nötig und auch befreiend!

Es ist verrückt, dass das Gefühl, das wir uns am sehnlichsten wünschen, uns auch am meisten herausfordert. Wir scheinen fast resistent dagegen zu sein.
Wenn wir uns erlauben glücklich zu sein, dann sollten wir diese Gedanken und unsere Reise mit jemandem teilen, der uns versteht. Wir sollten auch wahrnehmen, wenn unsere innere Stimme sich meldet und uns davon abhalten möchte, glücklich zu sein. Wenn wir das trainieren, werden wir es schaffen, uns letztlich gegen solche Impulse zu entscheiden.

Dabei ist es ganz wichtig, niemals in ein Opferverhalten zu verfallen. Wir allein sind für unser Leben verantwortlich und sonst niemand. Wenn etwas nicht so läuft, wie wir es gerne hätten, dann können nur wir etwas daran ändern. Denn wir treffen unsere eigenen Entscheidungen und wir haben die Macht über unser Leben.

Wir haben es verdient, glücklich zu sein!

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