Ballermann, All-Inclusive, Bierkönig – ich weiß, was du bei „Mallorca“ denkst, weil ich es lange auch gedacht habe. Und ehrlich gesagt: zu Recht, wenn man nie weiter als bis zur Playa de Palma kommt. Aber ich war jetzt schon mehrfach da, habe dort Freunde, und genau deshalb kann ich dir sagen: Sobald man den Süden verlässt, wird Mallorca zu etwas komplett anderem. Bergig, ruhig, mit einer Küche, die sich vor keiner spanischen Region verstecken muss. Das ist das Mallorca, über das ich eigentlich schreiben will.
Warum ich die Insel unterschätzt fand – bis ich es besser wusste
Die Insel leidet unter ihrem eigenen Ruf, und ich hab lange dazu beigetragen, indem ich das Klischee einfach übernommen habe. Dabei besteht über 70 % der Insel aus Landschaft, die mit dem Pauschaltourismus-Bild nichts zu tun hat: das Tramuntana-Gebirge (UNESCO-Weltnaturerbe), verschlafene Bergdörfer, eine Küste, die im Norden und Westen deutlich wilder ist als im Süden. Was mich an Mallorca inzwischen am meisten reizt, ist genau diese Kombination – man hat das Meer und in derselben Stunde auch die Berge. Das findet man so kompakt nicht an vielen Orten im Mittelmeer.
Meine liebsten Orte auf der Insel
Sóller – mein persönlicher Favorit. Ein Städtchen im Tramuntana-Gebirge, erreichbar mit der historischen Holzbahn aus Palma, umgeben von Zitrushainen. Von hier aus hat man direkten Zugang zu den schönsten Wanderrouten der Insel – ruhig, aber nie isoliert.
Pollença – im Norden, mit einer sehr eigenen, spanischen Atmosphäre, die der Massentourismus bisher verschont hat. Für mich eine der schönsten Kombinationen aus Strand, Bergen und einem Dorfzentrum, das sich noch echt anfühlt.
Palma selbst – wird oft unterschätzt, weil man sofort an Flughafen und Kreuzfahrtschiffe denkt. Aber die Altstadt abseits der Hauptrouten hat mittlerweile richtig gute Coworking-Spaces und eine wachsende Remote-Work-Community – alles, was man für längere Aufenthalte braucht, ist da.
Warum ich Mallorca als Basis für ortsunabhängiges Arbeiten empfehle
Was viele nicht auf dem Schirm haben:
- Inselhopping als Bonus: Von Mallorca aus sind Menorca, Ibiza und Formentera in kurzer Zeit erreichbar – für mich einer der unterschätztesten Vorteile der Insel als Basis
- Die ruhige Saison nutzen: Von Oktober bis Mai ist es hier angenehm leer, das Wetter mild, die Preise deutlich niedriger – für mich die eigentlich interessantere Zeit
- Infrastruktur, die einfach funktioniert: schnelles Internet auch abseits von Palma, gutes Coworking-Angebot, internationale Community, ohne dass es überlaufen wirkt
- EU-Status: unkompliziert bei Aufenthalt, Krankenversicherung, Bankgeschäften
Was ich empfehlen würde, statt am Hotelpool zu liegen (obwohl es manchmal nötig ist am Pool zu liegen)
- Wandern im Tramuntana-Gebirge, z. B. zwischen Deià und Sóller
- Die Höhlen abseits der Bus-Touren erkunden
- Lokale Märkte statt Hotelbuffet, etwa in Sineu oder Santanyí
- Die Ostküste im Winter erleben, wenn die Buchten menschenleer sind
- Einen Tagesausflug per Fähre nach Menorca einplanen, wenn man schon mal da ist












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