Der Bonsai: ein Baum, der in einen Blumentopf passt

Ich laufe mit einem Freund durch den botanischen Garten in Stellenbosch, Südafrika. Plötzlich kommen wir an den Bonsai Bäumen vorbei. Die wunderschönen Bäume in Miniaturgröße lassen mich staunen, gleichzeitig macht mich der Anblick auch etwas traurig. Es sind ganz normale Bäume, die einfach nur kleingehalten werden weil es Menschen gefällt.

„Das Wort „Bon-Sai“ ist japanischer Herkunft und heißt wörtlich übersetzt „Baum in der Schale“. … Das Ziel der Bonsaigestaltung ist ein miniaturisiertes, aber realistisches Abbild der Natur in Form eines Baums. Bonsai sind keine genetisch zwergwüchsigen Pflanzen.“

Ein Baum, der eigentlich in der Natur groß gewachsen wäre, ist in einer Schale in Wohnungen und Häusern zu finden. Schön anzuschauen, aber auch viel Arbeit, da es kein natürlicher Prozess ist den Baum klein zu halten. Ein Baum, der in einen Blumentropf passt. Klingt das nicht schon absurd? Er wird domestiziert, ist nicht mehr wild, nicht mehr in seiner Natur. Er sieht doch aber so schön aus, so klein.

Das selbe geschieht mit Haustieren. Der Goldfisch im Glas, der Hamster im Käfig, der Hund in der Handtasche. Wir wollen alles domestizieren.

Die Ironie an der ganzen Sache ist aber, dass wir es auch mit uns selbst machen.

Unser kleines mentales Gefängnis

Menschen, die grenzenlos denken oder machen was sie wollen werden als mutig oder als Freaks betitelt. Jedoch sind es diejenigen, die erkannt haben, was alles möglich ist. Sie haben erkannt, dass unser Verstand entweder sehr einengend und limitiert oder grenzenlos sein kann.

Ständige Anpasserei um Akzeptanz von Außen zu erhalten. Auseinandersetzungen aus dem Weg gehen. Sich nicht zu fragen wer man wirklich ist und was man will. Zu unterdrücken, was hochkommt. Sich ständig zu kontrollieren aus Angst vor Ablehnung. Nicht zu kommunizieren was man will. Kein freier Ausdruck. Keine freie Entfaltung. All das sind kleine Gefängnisse.

Wäre der Bonsai in der Natur, würde er sich ausweiten. Die Wurzeln wären größer, weiter. Die Blätter, der Stamm, seine komplette Präsenz. Er wäre ein ganz normaler Baum. Er passt sich aber den Gegebenheiten an und bleibt klein – weil der Mensch es so will.

Genau das beeindruckte mich an Australien. Die Bäume sind riesig, die Ameisen auch. Alles ist größer, etwas wilder, weiter. Die Natur, wie sie sein könnte. Nicht ganz ungefährlich, da die Entfaltung in alle Richtungen möglich ist. Es ist einfach Platz da für alles da.

Sei kein Bonsai

Und so machen wir es mit unseren Mitmenschen. Wir alle sollen ein Bonsai sein, nicht über die Grenzen hinauswachsen. Denn es ist gut, wenn alle ein Bonsai bleiben. Angepasst und domestiziert.

Es tat mir wirklich leid, all die Bonsai Bäume zu sehen. Vor allem wenn du weißt, wie groß sie in Wirklichkeit sein könnten. Das kannst du als Metapher sehen. Wer wärst du, wenn du dich wirklich frei entfalten würdest?

Wir brauchen Raum für persönliche Entfaltung.

Viele von uns leben in mentalen Schuhkartons. Alles wird kleingehalten. Bloß nicht über etwas hinauswachsen, sondern im vorgegebenem Rahmen bleiben. Die wilde Seite wird ignoriert. Es wird kontrolliert, zerdacht. Einfach nur weil es uns so beigebracht wird.

Aber warum wurden nochmal Grenzen erschaffen?

Aus Angst.

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